Review
Artist: MIA
Titel: Hieb und StichFest
- Artist: MIA
- Label/Vetrieb: r.o.t., SONY
Hundert-Euro-Haarteil-Alarm in der NDW-DiscoüProto-Pop-Erdbeben im electro-punkigen Berliner MilljöhüDie Art, wie Mia im Video zum formidablen Kieks-Smasher „Alles neu“ mit fünf Leuten die Szene aufmischen, ist schon visuell mindestens genauso laut wie das Debüt der Band. Daß beim ersten Hören von „Hieb und StichFest“ der Neue Deutsche Welle-Niveaualarm bimmelt, ist zwar unvermeidlich, doch auf Albumlänge scheppern und heizen Mia so konsequent, quietschbunt und unterhaltsam, wie es ihre Hamburger Kollegen Stella gerne täten, wenn sie einmal vergessen könnten, daß der Mensch ein politisches Wesen ist. Musikalisch sind sich beide zwar nicht einmal unähnlich, doch Miezes überdrehter Gesang, die ungehobelten Gitarrenschläge und durchdrehenden Synthesizer summieren sich zu einer rasanten Powerbrühe ohne jeden intellektuellen Zahnschmerz und bleiben dennoch immer Pop im besten Sinne. Mia singen über den unerträglichen Wankelmut des Selbst, ihr ekelhaftes Benehmen und böse Disco-Türsteher, sagen Sachen wie ÔÇÜDein Glied wird erigieren, dann wird es vorbei sein‘, ÔÇÜDas einzige, was mich interessiert: Wie können wir uns gegenseitig verrückt machenü und ziehen aus der Verwirrtheit ihres jungen Lebens den bestmöglichen Schluß: Sie tanzen drauf. Jede Menge Hiebe und ein fester Stich: „Hieb und StichFest“ ist ein grandioses Terror-Pop-Album geworden.
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