Review

Artist: Matt Boroff

Titel: Sweet Hand Of Fate

Matt Boroff
„Sweet Hand Of Fate“
(Matt Boroff/Broken Silence)
Was einen Amerikaner zwecks Vorantreibens seiner Singer/Songwriter-Karriere ausgerechnet nach Österreich verschlägt, ist zumindest auf Anhieb nicht ganz klar. Macht aber nichts – Hauptsache, er produziert in der Alpenrepublik eine so überzeugende Platte wie „Sweet Hand Of Fate“. Wobei Singer/Songwriter eine grobe Untertreibung für die zehn von Multiinstrumentalist Boroff überwiegend im Alleingang eingespielten Stücke ist, die ihre dunklen Untiefen aus Twang-Blues und Swamp-Rock beziehen. Oft muss man an eine bodenlos verzweifelte Variante der Norweger Madrugada oder an den großen Mark Lanegan denken – und schon gibt sich der Ex-Frontmann der Screaming Trees bei „Garbage Man“ tatsächlich die Ehre als Gastsänger. Doch auch wenn Boroff in atemberaubendem Heiß-kalt-Wechsel aus brachialen Gitarrenüberfällen und akustischem Minimalismus „My Black Heart“ beschwört und die unheilvolle Stimmung seiner Songs mit bedrohlichem Percussion-Donner anreichert, weiß man: „Going To The Hypnotist“, wie ein Stück anregt, ist angesichts dieses düster-fesselnden Gebrodels gar nicht mehr nötig. Ob die Hand des Schicksals tatsächlich Süßes für Boroff bereithält, bleibt also abzuwarten – immerhin versichert er abschließend: ‚Living really turns me on’. Auf dass noch viele eindringliche Alben mit voluminös verhallenden Gitarrenschlägen folgen mögen – und alle so gut sind wie „Sweet Hand Of Fate“. Thomas Pilgrim

Veröffentlicht: 11/2013

Hier findest du Sonic-Seducer Ausgaben aus dem Jahr 2013

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