Review

Artist: LOU REED

Titel: Ecstasy

Welche Attribute soll man noch für einen der Urväter des Rock’n Roll erfindenüAlles wurde schon irgendwann einmal in der mehr als dreißigjährigen Laufbahn des Lou Reed über den agilen Stadtneurotiker gesagt, geschrieben, gedacht. Doch spätestens mit der nächsten Platte des ehemaligen Velvet Underground Frontmanns werden diese Komplimente der Vergangenheit angehören, führt man einmal in Gedanken die Befürchtungen fort, die einem beim Anhören des neuen Ecstasy”-Albums der Rock-Ikone so in den Sinn kommen. Vom einstigen scharfzüngigen Kommentator des Alltags in NYC (remember: “New York”-Album) hat sich Mr. Reed im Jahr 2000 in einen Trivial-Berichterstatter mit banalen Lyrics und Reimen (“I think of a back seat in a car, the windows are foggy, and so we are, as the police asked for our i.d.” aus “Baton Rouge” oder der Knaller: “Good morning it’s a Possum Day, feel like a possum in every way…” aus “Like A Possum”) gewandelt, ist scheinbar verspätet, aber dafür frontal in die Midlife-Crisis gerasselt, hat sich selbst geläutert und transformiert zu einem, der neuerdings fast jeden Rest warhol’schen Spirits abgeworfen hat und heute auf Altherren-Rock “inklusive deutscher Text-ü£bersetzung” (O-Ton Sticker) für den Hörer ab 45 macht, bei denen durch die Bank so verkrampft unverkrampft wirkende Germanistik-Studenten-Fallbeispiele wie “Ich könnte ihn mit meiner, ich könnte ihn mit meiner, ich könnte ihn mit meiner Faust zerquetschen, künftige Bauern Amerikas (aus “Future Farmers Of America” resp. “Künftige Bauern Amerikas”) zusammenkonstruiert werden. Bleiben unterm Strich nur recht wenige wirklich gute Momente (“Modern Dance”, “Rock Minuet”), eine kultstatus-pulverisierende Platte und die Hoffnung auf baldige Besinnung. Ihr

Veröffentlicht: 2000

2000 findest du Hier finest Sonic-Secucer Ausgaben aus dem Jahr 2000

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