Review
Artist: Last Leaf Down
Titel: Bright Wide Colder
- Artist: Last Leaf Down
- Label/Vetrieb: n/a
Last Leaf Down „Bright Wide Colder“
(Lifeforce Records/Soulfood)
Im Zuge jener überaus verdienten Anerkennung, die das immer wieder mitreißende Debütalbum „Fake Lights“ auf sich vereinen konnte, ließ die eidgenössische Band verlautbaren, dass sie in Zukunft keineswegs beabsichtige, von ihren nunmehr eingeschlagenen Pfaden abzuweichen. Aufs Songformat verdichteter und hochgradig atmosphärisch veranlagter Shoegaze-Postrock „from the woods“ sollte auch weiterhin unangefochten im Zentrum ihres Schaffens stehen. Nur eben nach Möglichkeit noch ergreifender, noch intensiver und noch mehr nach Art des Hauses. So wurde mit Pablo Echague nicht zuletzt ein dritter (!) Gitarrist fest rekrutiert, um die in ihren Grundfesten bereits etablierte Wall Of Sound mit noch größerer Wucht und brillanter Vielschichtigkeit auszustatten. Nun denn. Doch was allein schon die Vorboten „The Path“ und „Ghost Trails“ in schier unnachahmlicher Bravour ankündigten, löst das Zweitwerk in sowohl additiver als auch multiplikatorischer Hinsicht ein. Vor allem imponiert, wie es Last Leaf Down gelingt, trotz der überaus üppigen Schichtung melodisch erlesener Ausdrucksebenen eine Transparenz zu wahren, die sämtliche Herzmuskeln unweigerlich mit sehnsüchtiger Grandezza infiziert. Frisch wie Morgentau fernab industrialisierter Gegenden und dabei zu Wildbächen aus (Freuden-) Tränen rührend, präsentiert sich mit „Bright Wide Colder“ nichts weniger als ein Klassiker der melancholischen Moderne.
Stephan Wolf
Veröffentlicht: 04/2017
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