Review

Artist: Lantlôs

Titel: Melting Sun

Lantlôs
„Melting Sun“
(Prophecy Productions/Soulfood)
Der Titel ist Programm. Warm, energetisch und sphärisch klingen die Post-Metaller von Lantlôs auf ihrem vierten Werk und haben sich damit weiter gehörig von ihren Wurzeln entfernt. Nun ist diese Tatsache keine Überraschung. Schließlich wandte sich die Combo bereits zuvor mit jedem auf ihr self-titled Debütalbum von 2008 folgende Werk ein weiteres Stückchen vom Post-Black-Metal ab. Allerdings dominierten auch auf „.neon“ (2010) und „Agape“ (2011) trotz des zwischen den Screams eingewebten cleanen Gesangs von Alcests Goldkehlchen Neige immer noch deutlich die kühlen und düsteren Elemente des Erstlings. Das trifft auf „Melting Sun“ nun ganz und gar nicht mehr zu. Die neue Scheibe ist gewissermaßen eine Neuerfindung der Truppe. Für den inzwischen ausschließlich cleanen Gesang ist Gründungsmitglied und Multiinstrumentalist Markus Siegenhort zuständig, dessen vibrierende Vocals sich ganz wunderbar in die instrumentelle Bandbreite aus vereinzelten elektronischen Sounds, Synths, verträumten Gitarrenläufen und warmen Distortion-Einsätze fügen. Dass „Melting Sun“ die Fangemeinde spalten wird, ist offensichtlich. Dass es sich hier um ein verdammt anständiges Neuwerk handelt, aber auch.
Hannah M. Seichter

Veröffentlicht: 05/2014

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