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Review

Artist: LADYTRON

Titel: Light & Magic

Ich bin schön. Ich sitze in meiner makellos schlicht weißen Uniform auf einem ebensolchen Rolf Benz Sofa und esse im menschenleeren, überbelichteten Salon Sushi, angerichtet auf durchscheinendem Porzellan. Dazu höre ich Ladytron. Und damit bin ich im Trend, sagt zumindest der NME ÔÇô der weiß so was ja bekanntlich am besten – und kürte gleich drei Ladytron Singles innerhalb eines Jahres zum innovativsten Sound der Woche. Nehmen wir einmal aus unserem 5 Sterne Fach gefrorenes Propaganda, Visage, Kraftwerk, gießen ein wenig Human League darüber und wir bekommen eine Idee dieser tiefstunterkühlten Elektronik. Doch die 80er zu bemühen, wäre hier zu billig. Ladytron strotzen nur so vor Stilempfinden und Eleganz, welche diesem Jahrzehnt ja bekanntlich gänzlich abgingen. Begründer und Songwriter Daniel Hunt versteht Ladytron ÔÇô der Name eine Hommage an Roxy Music – als Gesamtkonzept aus Pop-Musik, Style und Design mit Schwerpunkt auf Studioarbeit contra schweißtreibende Livemusik. Restlos ausverkaufte Gigs absolvierten die vier Liverpooler stoisch hinter ihren Keyboards stehend, unisex-maoesk uniformiert in westfälischer ÔÇô oder sollten wir doch sagen rheinischer – Reihenanordnung. Dennoch ist das Moog-Synthie-Sound geschulte Ohr entzückt ob dieser Arrangements, die mal catchy-süß wie im bereits bekannten „Seventeen“, mal kraftvoll mit 70er Pop-Anleihen im eingängigen „Blue Jeans“, als auch bedrückend melancholisch wie im „Cracked LCD“ oder „Black Plastic“ wirklich jeden Track überzeugend einfallsreich variieren. Geschmackvoll-lässig fügen sich abgenudelte Drumcomputersounds mit funkigen („Cease2xist“) oder chansonartigen Melodien („Startup Chime“ großartig!!) zusammen. Talentiert nennt man das wohl. Besonders reizvoll ist der stimmliche Kontrast zwischen der bulgarischen ÔÇô teilweise in Landessprache singenden ÔÇô Mikrobiologin Mira Aroyo mit fast befehlshaften Tower-Lautsprecher Appeal und des schottischen Modells Helen Marnie, deren Gesang sich wie Eisblumenzuckerguß darüber legt. Reuben Wo (Chinese! Nicht Japaner!) steuert neben musikalischen Input die Illustrationen bei. Captain Future sagt hello zu Kitty, in dieser kalten Blade Runner Nacht 2003. Warm anziehen und genießen!

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Reviews

LADYTRON

604

/5

NINE INCH NAILS

„Challengers ‒ Rivalen“ Original Soundtrack

/5

Solar Fake

Don’t Push This Button

/5

Principe Valiente

In This Light

/5

Combichrist

CMBCRST

/5

PAIN

I Am

/5

Mick Harvey

Five Ways To Say Goodbye

/5

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Final Construct

/5

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Under A Timeless Spell

/5

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