Review

Artist: Keef Baker

Titel: Dry

Keef Baker
„Dry“
(Hymen/Ant-Zen)
Glaubt man dem Booklet, handelt es sich hier um das Abschiedsalbum des IDM-Genies, dessen Schaffenszeit damit nach exakt zehn Jahren enden würde. Zumindest unter diesem Namen, denn Projekte wie Nimon oder Slipdrive sind weiterhin aktiv. Das faszinierende an den Klanginstallationen des Briten war stets deren enorme atmosphärische Dichte und die Vielseitigkeit der verbauten Stilelemente und fusionierten Genres, darunter Dubstep, Dark Ambient, TripHop, Drum’n’Bass, Techno und Industrial im weitesten Sinne und bisweilen Organisches, Rockiges. Das wird auch mit diesem Release deutlich. Bei „Dry“ und dem dazugehörigen Digitalalbum „Barren“ handelt es sich um eine Zusammenstellung von Raritäten und Outtakes sowie Remixen, auch für andere Künstler, die im vergangenen Jahrzehnt in Bakers Soundlaboren entstanden. Er zeichnete düstere, ambiente Instrumental-Landschaften („Stumpy’s Christmas Delight“), wagte sich in rhythmisch verzwicktes Downtempo-Terrain wie „Souldeed“, ließ atmosphärischen TripHop mit großartigen Vocals („Never Again“) ebenso wenig aus wie noisigen Breakbeat-Stoff, Rock nach Led Zeppelin-Vorbild oder eine manische Pianoballade mit destruktiven Tendenzen. Sämtliche Mischformen sind nicht nur denkbar, sondern finden sich auch unter den 17 Tracks auf dieser hinreißenden CD. Soll es das wirklich schon gewesen sein?
Jörn Karstedt

Veröffentlicht: 10/2014

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