Review

Artist: Kant Kino

Titel: Kopfkino

Kant Kino „Kopfkino”

(Alfa Matrix/Soulfood)
Seit ihrem wirklich überragenden Debütalbum „We Are Kant Kino – You Are Not“ haben Kenneth Fredstie und Lars Henrik Madsen bei mir einen dicken Stein im Brett. Nicht, dass sich die norwegischen Electro-Wizzards alles erlauben dürften, aber die Toleranzschwelle ist – sagen wir mal – sehr hoch. Ein guter Teil davon wird auf ihrem dritten Album „Kopfkino“ dann allerdings recht schnell aufgebraucht, weil sich das Duo im ersten Drittel ziemlich verzettelt. Songs wie „NIMBY“ oder „Real“ wirken kopflos (und so war der Albumtitel sicher nicht gemeint), weil sie nach einem ursprünglich potenten Grundgedanken in eine völlig andere Richtung wegdriften und komplett verwässern. Ausgerechnet das eher sphärische und somit für Kant Kino untypische „Köbner Phenomenon“ markiert dann glücklicherweise den Wendepunkt. Wie eine Initialzündung ist ab dann schlagartig wieder alles da, was Kant Kino so großartig gemacht hat: Mitreißende Beats, kraftvolle Arrangements, ein Gefühl für Wahnsinnsmelodien und der Mut, immer einen Fußbreit neben der ausgelatschten Spur zu marschieren. Bestes Beispiel ist der Song „Annihilate“, der alle eben beschriebenen Eigenschaften auf sich vereint und fast schon allein einen „Kopfkino“-Kauf rechtfertigt. Weitere Anspieltipps: „Want“, „Step Up“ und „Wrong“ Die Kurve hinten raus also gerade nochmal bekommen, Jungs. Nächstes Mal bitte nicht ganz so lange die Hörernerven strapazieren, denn wer hört ein Album heutzutage schließlich noch wirklich aufmerksam bis zum Ende?!
Marc Urban

Veröffentlicht: 02/2017

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