Review
Artist: Kamelot
Titel: Dark Asylum
- Artist: Kamelot
- Label/Vetrieb: Napalm Records
Mit dem 2023er-Albumvorgänger „The Awakening“ setzten die auch melodisch-charakteristisch stets beflissenen, internationalen Progressive-Symphonic-Power-Metaller ihre Karriere fort, die nun immerhin schon seit Mitte der 1990er andauert. Jetzt legen sie nach – als Mastermind und Gitarrenhexer macht der im Line-Up verbliebene Bandgründer Thomas Youngblood von Florida aus erneut eine Top-Figur. Für „Dark Asylum“ erdachte sich der feinsinnige Ästhet als Composer eine spezielle Konzeptstory, welche sich um eine düstere Kathedrale dreht, die verfallen mitten im tiefen Wald zu einer Nervenheilanstalt namens RavenHill mutiert – jeder Song berichtet von dortigen Gegebenheiten, bravourös vokalisiert von Tommy Karevik. Und die Chart-verwöhnte Erfolgsband fährt 2026 eine unbändige Frische auf, die alles andere als vorhersehbar daherkommt – atmosphärisch praller, modern aufbereiteter und simultan theatralisch akzentuierter Genre-Stahl der spielkulturell gehobenen Sonderklasse, inklusive diverser spannender Gastmusiker:innen. So ist die Stimme der Chilenin Ignacia Fernández von den Melo-Deathern Decessus im Titeltrack „Dark Asylum“ und in „Sanctuary“ zu genießen, in letzterer Nummer singt zudem Clémentine Delauney von Visions Of Atlantis mit. Avantasias Tobias Sammet wiederum brilliert gewohnt hochkarätig in „One Last Masquerade“, und der Song scheint wie perfekt auf ihn zugeschnitten. Eluveitie-Violinistin Lea-Sophie Fischer bereichert „Beneath The Moon (Tunglið)“ mit ihrem fein austarierten Spiel, assistiert von ätherischer Gesangsbegleitung von Rannveig Sif Sigurðardóttir und Sólveig Sara Leupold. Aber es gibt ja noch so viel mehr Faszinierendes auf diesem cineastisch-orchestralen, ja, regelrecht immersiven Bombastspektakel zu hören.
Markus Eck
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