Review

Artist: INVSN

Titel: The Beautiful Stories

INVSN „The Beautiful Stories”

(Dine Alone/Caroline/Universal)
„O bailan todos, o baila nadie”, „Capitalism Stole My Virginity”, „Let’s Make History” – unter Slogans und Songtiteln wie diesen machte es Refused-Sänger Dennis Lyxzén noch nie. Erst recht nicht bei seiner kommunistischen Punkrock-Band The (International) Noise Conspiracy. Auch mit seinem Post-Punk-Projekt INVSN (vormals: Invasionen) setzt der Schwede auf Wir-Gefühl und ideologischen Unterbau. Das klang 2014. auf dem selbstbetitelten Debüt stellenweise fast zu offensichtlich nach Joy Division – der Zweitling bietet nun trotz knapper Spielzeit von einer halben Stunde mehr von allem. Komplexere Songstrukturen, größere Spannungsbögen und mit „Immer zu“ eine perkussiv durchgerüttelte Single, auf der sich der Frontmann ein eskalierendes Vocal-Duell mit Bandkollegin Sara Almgren liefert. Auch „This Constant War“ und „Deconstruct Hits“ rotieren um eine massive Rhythmusgruppe, und das fragmentiert-doppelbödige „Bom Bom“ verdeutlicht, dass „The Beautiful Stories“ den postmodern-industriellen Ansätzen von These New Puritans näher steht als der Genregründerzeit Anfang der 80er Jahre. Doch wenn der Bass in den Vordergrund rückt und INVSN das Tempo anziehen, schauen auch hier geschwinde Hits wie „I Dreamt Music“ oder „Love’s Like A Drug“ raus. Und so kommt von den eingangs dieser Rezension genannten Optionen (zu Deutsch: „Entweder alle tanzen oder niemand tanzt“) nur die erste infrage. Sieben so schöne wie spannungsgeladene Geschichten über Post-Punk und was man daraus machen kann.
Thomas Pilgrim

Veröffentlicht: 07/2017

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