Review
Artist: INFORMATIK
Titel: Nymphomatik
- Artist: INFORMATIK
- Label/Vetrieb: EFA, Metropolis
So langsam scheint auch das EBM-Fundament in den USA zu bröckeln und ihre letzten Bastionen zunehmend von weichem Wasser unterspült worden zu sein. Ich kann mir nicht erklären, warum sich eine der wenigen amerikanischen Formationen, die auch hierzulande Aufsehen erregen konnten, dem europäischen Einheitsgedudel anpassen und knapp 65 Minuten techno-elektronischen Pop produzieren, wie hundert andere vor ihnen. Informätik sind jetzt Informatik.. Diese Namenskorrektur bedarf wenig Umgewöhnung, was man vom musikalischen Stilwechsel allerdings weniger behaupten kann. Sicher schlug Da5id Din mit Informätik auch in der Vergangenheit harmonischere Töne an als mit seinem härteren zweiten Projekt Din_Fiv, welches vorzugsweise mit Mentallo & The Fixer verglichen wurde, es ist aber trotzdem Lichtjahre von dem entfernt, was auf den vorangegangenen Informätik-Alben „Syntax“ und „Direct Memory Access“ geboten wurde und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Mit abgefahrenen Spielereien will man anscheinend nichts mehr am Hut haben und setzt auf geradlinige und leicht durchschaubare Songstrukturen, immer latent geisteskrank wirkender Stimmeinsatz ist durch monotonen Gesang mit einfachen Melodien ersetzt worden, ohne jede individuelle Note. Ich möchte nicht behaupten, daß damit niemand etwas anfangen können wird, denn schlechter als vergleichbare Acts präsentiert sich „Nymphomatik“ nicht- doch dieses Album wird härter gesottene Electrofreaks resignierend auf die Neunziger Jahre zurückblicken lassen. Hätte man diese Platte vor sechs Jahren dem Debüt nachgeschoben, wären Informätik zwar durchgefallen, man hätte aber immer noch den Innovationsaspekt zur Verteidigung anbringen können. Heute wirkt sie jedoch einfach nur plump und dafür gibt es keine Entschuldigung. Enttäuscht,
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