Review

Artist: Immanu El

Titel: Hibernation

Immanu El „Hibernation“

(Glitterhouse/Indigo)
Ihr dachtet, Schweden sei liberal? Immanu El aus Göteborg auch. Bis plötzlich bei einem von ihren selbstorganisierten Konzerten die Polizei aufkreuzte, es wegen nicht genehmigten Alkoholausschanks abbrach und die Band daraufhin zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt wurde. Was diese erstens ruiniert hätte und sie zweitens nicht auf sich sitzenlassen wollte – in letzter Instanz wurde das Quintett zwar freigesprochen, aber an neue Songs war zuvor nicht zu denken gewesen. So kam es, dass seit „In Passage“ schlappe fünf Jahre bis zum neuen Album vergingen. Und wie sagt man so klischeehaft, aber zutreffend: Das Warten hat sich gelohnt für alle, denen die reine Lehre des Post-Rock zu langwierig ist und die ausladende Gitarrenwälle und gravitätische Songstrukturen gern mit Gesang und einer Portion Pop vermengt wissen. Und mit „Winter Solstice“, „Omega“ und „Hours“ gibt es auf dem vierte Immanu El-Longplayer jede Menge ohrwurmige Midtempostücke, die in gut informierten Kreisen ohne weiteres für Powackeln sorgen könnten. Freunde der Landsleute Ef oder Jeniferever horchen da genauso auf wie Sigur Rós-Fans – und wer es eher mit der abstrakteren Seite von Post-Rock hält, geht dank dem Piano-seligen Instrumental „Dvala“ auch nicht leer aus. Wenn also demnächst mal die Bullen vor der Tür stehen: einfach dieses tolle Album vorspielen, und sie werden friedlich von dannen ziehen.
Thomas Pilgrim

Veröffentlicht: 12/2016

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