Review

Artist: Ignis Fatuu

Titel: Meisterstich

Ignis Fatuu
„Meisterstich“
(Trollzorn/Soulfood)
Außerordentlich quirlig präsentieren sich die mittlerweile gut etablierten Nürnberger Mittelalter Rocker auf dem vierten Album. Der Nachfolger zum 2014.er Langdreher „Unendlich viele Wege“ kommt nämlich stilistisch um einiges lebendiger und offener daher, was auch für die instrumentelle Prägnanz und die eigenständigen Strukturen der Songs gilt. Wie der Titel schon andeuten mag, ist „Meisterstich“ das erste Konzeptalbum in der Historie der Gruppe geworden. Völlig ungezwungen gehuldigt, und das auch eben textlich, wird dem historischen Großmeister Albrecht Dürer. Wobei jedes Lied einem von 13 originalen Kupferstichen Dürers gewidmet ist. Das ist zum einen mal etwas erfrischend anderes. Und zum anderen rocken und schwelgen Ignis Fatuu hierauf aus ganzem Herzen. Das mit lohnender Mühe austarierte Wechselspiel aus – progressiven – Momenten, druckvoll anschiebender Präsenz, variablen (Dual)Vokalisierungen und Balladeskem ist ziemlich bunt angelegt. Die Scheibe benötigt daher schon einige Anläufe. Die ungewöhnlich komponierten Folklore-Anteile klingen dafür alles andere als altbacken. Auch die Vermeidung von im Metier vorherrschenden, einfallslos pflichtschuldigem Sack-Gedudel kann für umso mehr und umso längere Spannung sorgen. Überhaupt ist „Meisterstich“ eher etwas für offenere Hörerseelen geworden. Denn, oft zu Recht gescholtene Genreklischees werden gewollt weit auf „Meisterstich“ umgangen.
Markus Eck

Veröffentlicht: 07/2016

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