Review

Artist: Hundreds

Titel: Wilderness

Hundreds „Wilderness“

(Embassy Of Music/Warner)
Hundreds haben’s geschafft, so wie es aussieht. Mit seinem letzten Album „Aftermath“ knackte das Hamburger Geschwisterpaar die Top 50 der Media Control-Charts, und schon für Longplayer Nummer drei geht es vom Indie-Label Sinnbus zum Branchenriesen Warner. Was nicht heißen soll, dass Eva und Philipp Milner ihre leicht bewölkte, melancholische Elektronik dem Kommerz geopfert hätten. Auch auf „Wilderness“ geht die Mischung aus verschlungenen Beats und Synthies und Eva Milners mal bis ans Herz kühler, mal einschmeichelnder Stimme wunderbar auf – auch wenn es mit dem düster schneidenden Titelstück in blickdichter Fever Ray-Manier dramatisch anfängt. Spätestens bei „Un-Unify“ haben sich Hundreds jedoch zu einem blendenden Pop-Song eingegroovt, der mit polternden Percussions und latentem Neo-R’n’B-Feeling daher marschiert. Und auch „Lily“ und die Single „Spotless“ sind wunschgemäß blumige, unbefleckte Tracks voller Melodie und schillernder Details. Zugegeben: Richtiggehend wild wird es in dieser guten Dreiviertelstunde kaum einmal, wie die sich eher vorsichtig anschleichenden Stücke „What Remains“ und „Black Sea“ andeuten – dafür bleibt „Wilderness“ aber zu jeder Zeit ausbalanciert, hochemotional und tadellos arrangiert. Hundreds haben’s eben wieder mal geschafft.
Thomas Pilgrim

Veröffentlicht: 12/2016

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