Review

Artist: Hallatar

Titel: No Stars Upon The Bridge

Hallatar „No Stars Upon The Bridge“

(Svart Records/Cargo)
In nur einer Woche entstand die Musik dieses Albums. Juha Raivio beteuert, dass er keinerlei Erinnerung an den Prozess des Schreibens hat. Er musste den Lyrics und den Gedichten seiner verstorbenen Lebenspartnerin Aleah Starbridge einfach einen Rahmen schaffen. Unterstützt von der Amorphis-Stimme Tomi Joutsen und dem früheren HIM-Drummer Gas Lipstick gelang es Raivio, seine ehrfurchtsvolle und leidenschaftliche Unsterblichkeitsbekundung für Aleah aufzunehmen. Entstanden ist ein wirklich doomiges und melancholisches Werk. Schon der Opener „Mirrors“ wirft den Hörer mit Schwere in den Staub und auch „Melt“ strotzt nur so vor niederschmetternder Melancholie. Zerbrechlich und von überirdischer Schwerelosigkeit wirken die Vocals von Heike Langhans (Draconian), die besonders in „My Mistake“ ihr Können zu Ehren von Aleah unter Beweis stellt. Als stärkster Song des Albums dürfte „Severed Eyes“ gelten, der mitten ins Herz trifft und von weltentrückter Schönheit ist. Sanfte Pianoklänge, gespenstische Sprechpassagen („Pieces“, „Spiral Gate“) verführen zum Träumen und nehmen Starbridge als Quelle der Lyrics immer wieder beherzt in den Fokus. Zum Ende des Albums verschlingt „The Maze“ den Hörer mit donnernden Doom-Klängen, während Aleah Starbridge im letzten Song „Dreams Burn Down“ posthum selbst zu hören ist. Eine gänsehauterzeugende Auseinandersetzung mit dem Verlust eines geliebten Menschen.
Medusa

Veröffentlicht: 11/2017

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