Review

Artist: Group Zero

Titel: Structures And Light

Group Zero „Structures And Light“

(Touch Sensitive/Cargo)
Immer so eine Sache mit Seitenprojekten: Klingen sie genauso wie die Hauptband, wird es schnell langweilig, machen sie ein komplett anderes Fass auf, rümpfen die Fans die Nase. Solche Gedanken werden Cathal Cully von den nordirischen Post-Punkern Girls Names höchstens am Rande beschäftigt haben: Eigentlich hatte der Mann aus Belfast in seinem Schlafzimmer nur ein paar instrumentale Cold Wave-Miniaturen an Drummachine und Analogsynthie eingeschraubt und die ursprünglich als Selbstzweck gedachten Aufnahmen gleich wieder gelöscht. Doch Cully konnte die verlorenen Tracks rekonstruieren, sodass seinem Solodebüt nichts mehr im Wege stand. Der Projektname erweist den lichtdurchfluteten, monochromen Arbeiten des Düsseldorfer Künstlerkollektivs Zero die Ehre, und „Structures And Light“ könnte kaum weiter von Girls Names’ melancholischer Düsternis entfernt sein: Einiges ist fragmentiert und skizzenhaft, anderes wie das unsanft pumpende „The Pummelling Repitition Inside“ annähernd clubtauglich, Gitarren werden nur äußerst sparsam eingesetzt. Am Ende wartet mit dem zwölfminütigen „Zero Symphony“ ein auch bei diesem überschaubaren Instrumentarium nachgerade episches Stück – und alle Freunde der Soundtracks von John Carpenter oder Geoff Barrow spitzen längst die Ohren. Aber auch Girls Names-Hörer dürfen eins riskieren.
Thomas Pilgrim

Veröffentlicht: 05/2017

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