Review

Artist: GRENDEL

Titel: The Age Of The Disposable Body

Grendel „The Age Of The Disposable Body“

(Infacted Recordings/Soulfood)
Mit dem lang erwarteten Nachfolger zu „Timewave Zero“ zerfasern JD Tucker und Co. sämtliche Bande, die einst doch so bequem verorteten. Nur um sie erneut zu verknüpfen. Mithilfe eines unwiderstehlich trefflichen Konglomerat. Als da referentiell wäre: EBM, VNV, Covenant, Diary Of Dreams. Vom Aggrotech der frühen Tröge ist kaum noch was über. Doch was bleibt?! Ein nahezu sprachlos machendes Album, das sämtliche Eingaben schlichtweg zur Vollendung führt. Hier stimmt jeder Sound. Und jedes noch so kleine Wort. Weil der Mash-up namens „The Age Of The Disposable Body“ so dermaßen klug um die Ecke kommt, dass man als Claqueur in selbiger zu stehen hat. Wer dieses mutige, raumgreifende und tief verwurzelte Album nicht vernimmt, entgeht der gegebenen Einladung zum Umdenken. Wer sich jedoch darauf einlässt, wird fortan die Welt mit anderen Augen hören. Sie alternativ ertasten und – zunächst noch zweifelnd – feststellen, dass der sechste Sinn durchaus auch mal ins Wankeln geraten darf, ohne gleich zu kapitulieren. Selbst wenn „The Age Of The Disposable Body“ (dieser Titel könnte auch von Michael Gira sein) unterstellt werden würde, eine Art Konsensalbum zu sein, sollte jede Form der Verifizierung zutage fördern, dass wir es hier mit einem Meisterwerk eloquenter Stringenz zu tun haben. Die mitgelieferte Remix-CD unterstützt diesen Eindruck, wo sie nur kann. Ein Meilenstein!
Stephan Wolf

Veröffentlicht: 12/2017

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