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Artist: Elend

Titel: Winds Devouring Men

Nach längerer Veröffentlichungspause klagen diese österreichisch/französischen Poesietragiker nun wieder von den unerträglichen Abgründen menschlichen Seins. Das vierte Album sprengt jetzt erstmals die abgesteckten Grenzen des vorhergehenden dreiteiligen Albumzyklus, welcher einem römischen Messe-Offizium gleich von schier unerträglicher, extremer Finsternis, Verzweiflung und Tod durchzogen war ÔÇô von der Gesamtstimmung her perfekt passend zum Bandnamen. “Winds Devouring Men” weist Elend als erneut sehr emotionale, immer noch von grenzenloser Tragik beseelte Musikervereinigung aus, welche sich trotz einer vollzogenen konzeptionellen wie musikalischen Weiterentwicklung auf ihre einstigen künstlerischen Wurzeln besinnt. Der von seelenverzehrender Trauer geprägte typische Bombast verhängt auch mit diesem Album wieder den Hörerhorizont mit riesigen schwarzen und undurchsichtigen Schleiern verhängnisvoller Verlorenheit. Mit “Winds Devouring Men” ist dem leidenden Resignationsensemble ein erneutes Mal ein einzigartiges Stück dunkelromantischer Entspannungsmusik gelungen. Instrumentell großartig inszenierte Vielfalt verwöhnt die Sinne mit scheinbar schwebenden Lamentiertonfolgen. Es ist einmalig: Düstermelodisch arrangierte Streicher vereinen sich hier mit den bereits gewohnten machtvollen Paukenschlägen sowie mit Trompete, Horn, Posaune, Violine und Viola zu einem schwelgerischen und von sanfter Passion geprägten Spielakt der außergewöhnlich dezenten Edelklasse. Neu im umfangreichen Schmerzklangfundus von Elend sind industriell anmutende Begleitklangelemente, welche die kreierte erfahrbare Schwere der elendigen Musik noch um ein Vielfaches vertiefen ÔÇô denn sie scheinen einer eindringlichen und beklemmenden Todeserfahrung viel näher als dem Leben.

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