Review

Artist: DJ SPOOKY

Titel: Riddim Warfare

DJ Spooky ist das wandelnde Paradoxon und Mirakel in ein und der selben Person. Einerseits ist “That Subliminal Kid” auf der Liste der “100 Best People Of The World” zu finden (die genaue Rangnummer mag man mir milde nachsehen, wer es rausfinden will, kann hier (___) die entsprechende Zahl eintragen), hat schon Metallica oder Nick Cave erfolgreich zu Remixen verholfen und scheint nebenbei auch ein Hobby-Philosoph mit Hang zu Plattenspielern zu sein. Wie anders erklärt sich das zweite Album des Paul Miller alias DJ Spooky, das wieder einmal unter Beweis stellt, daß DJ/House-Kultur und Geisteswissenschaften in Universitäts-Reife zusammen nicht unmöglich sind. Vermischt, versteht sich. Denn: Was der Kunstszene-Gänger aus dem von außerirdischen Mächten kürzlich in Schutt und Asche gelegten Washington D.C. auf “Riddim Warfare” so an gewagten Stilmixen aus dem Fenster hängt, paßt auf keine Kuhhaut, wie wir Norddeutschen so zu sagen pflegen. Soll meinen, daß Meister Spooky auf der Neuen so unglaublich unverfroren oder einfach nur cool zu Werke geht, daß einem Hören und Sehen vergeht. Multi-kulti, von Osten nach Westen, vom Gestern ins Morgen und wieder zurück – Jungle, Dub, Breakbeat und ganz klar HipHop werden so wasserdicht performt, zelebriert, daß das Tanzbein nur so kribbelt und krabbelt. Und damit das Gehirn bei soviel vegetativen Rhythmus-Stimulanzien nicht mit Rätseln unterversorgt wird, kann man sich bei der standesgemäßen Dancefloor-Visite auch noch Gedanken über Songtitel wie “Synchronic Disjecta”, “Post-Human Sophistry” und meinem Lieblingsmerksatz “Quilombo Ex Optico” machen. Zum Schluß noch das beliebte und unverzichtbare Namedropping für die Statistiker unter Ihnen: Killah Priest von Wu-Tang, Kool Keith, Ben Neill und viele mehr. Selbst rausfinden und durchdrehen!

Veröffentlicht: 1999

1999 findest du Hier finest Sonic-Secucer Ausgaben aus dem Jahr 1999

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