Review
Artist: DISBELIEF
Titel: Worst Enemy
- Artist: DISBELIEF
- Label/Vetrieb: Connected, Massacre
Mit ihrem dritten Album, welches sich für eine Band in der Vergangenheit zumeist als das wichtigste erwies, lassen Disbelief ihre lebensmüden Seelen regelrecht ausbluten. Die Band, ein von gängigen musikalischen Strickmustern bewußt stark abweichendes Quintett aus Hessen, spielte in der bewegten Vergangenheit bislang noch sehr technischen und komplexen Death-Metal. Die Stiländerung zum eher getragenen und groovigen Slow-Motion-Todesstahl mit starkem Industrial-Touch hat sich gelohnt, gelang es doch, etwas einzigartig kalt und brutal Klingendes zu kreieren. Mit Worst Enemy“ schaffen es Disbelief, eine dermaßen beklemmende und ausweglose musikalische Vorstellung zu geben, daß unweigerlich bleibende Narben in den Psychen der Hörer hinterlassen werden. Die Stimme von Sänger Karsten Jäger wurde zu einer maschinellen Kakophonie sondersgleichen verfremdet, was den zehn Songs ein furchteinflößendes, apokalyptisches Ambiente verleihen kann. Die aussichtslose Verzweiflung und der aggressive Haß sowie der endlose und quälende Schmerz, welche „Worst Enemy“ zu jeder Sekunde entströmen, bohren sich mit unmenschlicher Grausamkeit in das Nervenzentrum. ü£berhaupt ist diese wirklich krank klingende CD labilen Naturen ernsthaft abzuraten, da durch die hochgradig depressive Gesamtstimmung akute Ansteckungsgefahr besteht. Stücken wie dem intensiven Opener „Misery“, der klagenden Ode „Denial“ oder auch dem schleppend-doomigen Lavastrom „Recession“ zu lauschen, ist also gefährlich. Aber: No risk, no sadness…
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