Review
Artist: DIMMU BORGIR
Titel: Grand Serpent Rising
- Artist: DIMMU BORGIR
- Label/Vetrieb: Nuclear Blast
(Nuclear Blast) Der 2018er-Vorgänger „Eonian“ hatte nicht die gesamte Fangemeinde beglücken können – und die Reaktionen fielen dabei auffallend polarisiert aus. Während die einen schlicht Wiederholungen von vorherigen Erfolgsmustern vermissten, erfreuten sich viele andere ob einiger markanter Veränderungen im gewaltigen Bombastsound der norwegischen Schwarzmetall-Titanen. Nun, es mag danach erneut seine Zeit gedauert haben, doch mit „Grand Serpent Rising“ spannen Dimmu Borgir nach bewusst durch- und ausgelebter Reifezeit den Band-Bogen überraschend noch weitreichender aus. Möglichst zugespitzte, frühere Extreme haben dabei abermalig das Nachsehen, denn hierauf regiert das einzig intuitiv umgesetzte Bewusstsein für echte Musikalität an sich, potenzierend bis co-dominierend von stimmungsstark-orchestral inszenierten Atmosphären – was überwältigende cineastische Pracht erhaben triumphieren lässt. Stilistisch zitiert werden viele Schaffensjahre, teils fühle ich mich sogar latent an die einstigen Anfänge erinnert. Interessant, wie gut diese Mischung funktioniert – es geht in den 13 neuen Songs wirklich durchs komplette kreative Universum der Formation. Das erste Prädikat, das mir nach wenigen Songs in den Sinn kommt, ist „austariert“, was maßgeblich auch an der überaus beflissenen Produktion von Fredrik Nordström liegt, der zum vierten Mal für Dimmu Borgir tätig war und der mittlerweile ein restlos profundes Gespür dafür entwickeln konnte, worauf es zu jeder Sekunde ankommt. Apropos: Auch mit Kjell Karlsen als neuem Gitarristen, bereits seit Jahren ein Intimus der Gruppe, welcher seit letztem Jahr Galder ersetzt, wurde ein echter Glücksgriff gemacht – sein bestechend versiertes Spiel weiß mich ebenso dynamisch akzentuiert wie harmonisch zu verwöhnen. Für sich klar auffächernden Genuss ist mehrmaliges aufmerksames Anhören zwingend, doch belohnt einen diese absolute Kopfhörerplatte dafür hoch, mit der man Zeit, Raum und Dimension einfach ausblenden kann.
Markus Eck
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