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Review

Artist: CRADLE OF FILTH

Titel: Cryptoriana - The Seductiveness Of Decay

Cradle Of Filth „Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay“

(Nuclear Blast/Warner)
So hört man ihn als Kenner und Fan nur zu gerne, den besessenen Ober-Filth. Ganz eindeutig hat die längere Tätigkeit für seine noch theatralischere Nebenband Devilment die Art von Dani, für Cradle Of Filth zu vokalisieren, optimieren können. Denn so selbstsicher und betont vielseitig, so nachvollziehbar emotional und so wunderbar authentisch schrie er nie. Der neueste Output der jährlich populärer werdenden Briten in Form des 12. Studioalbums enthält auch sonst sämtliche Zutaten, um den Extreme Gothic Metal der Galionsfiguren des Genres noch weiter in die Welt tragen zu können. Schließlich offenbart sich „Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay“ nach schon wenigen Hörmomente als Ehrfurcht gebietendes, großopulent orchestriertes und geradezu monarchisch arrangiertes Edelmetall-Großdrama der elitären Sonderklasse. Sakrale Passagen, oftmals mit viktorianischer Ausstrahlung, krönen die Songs erlaucht, was aus dieser omnipotenten Allrounderscheibe einen verlässlichen Soundtrack für mannigfaltige, düstere Gelegenheiten macht. Nichts wurde unversucht gelassen, damit es nicht auch noch in Sachen visionärem Ideenreichtum quirlig nach allen Seiten ausufert. Der direkt in Linie nachfolgende Afterburner des 2015.er Horrorepos „Hammer Of The Witches“ bietet allerhöchste atmosphärische Spannungen, komprimiert-instrumentellen Hochdruck und eine tief berauschende Fülle an schwärmerischen bis schleudernden Stimmungswechseln. Ebenfalls erfreulich: Noch nie gelang es einer Produktion, die Cradle’schen Reißzähne simultan so zu schärfen und dabei auch noch so makellos blank aufzupolieren. Das monumental erschallende Klangbild ist rundum meisterlich gelungen. Haufenweise klassische Metal-Elemente und stets aufs Neue enorm genussreiche Saitensoli unterfüttern die Zeitlosigkeit dieser Veröffentlichung. Als Anspieltipp sei das vor rhythmischer Kraftfreisetzung strotzende, mit ästhetischer Wildheit überragende, durch Strukturkönnen glänzende und mit Harmonien verschwenderische „Wester Vespertine“ gegeben. Ich denke mir bei den Liedern aber ohnehin des Öfteren: Maiden goes Cradle, Cradle goes triumphant. „Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay“ ist beispiellos.
Markus Eck

Veröffentlicht: 10/2017

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