Review
Artist: Black Marble
Titel: Life In Small Spaces
- Artist: Black Marble
- Label/Vetrieb: Sacred Bones Records
Eigentlich schreit dieses Album: „Früher war alles besser“ – aber auf eine sehr charmante Art und Weise. Denn „Life In Small Spaces“ ist zu einem sehr persönlichen Kommentar von Mastermind Chris Stewart aus Brooklyn zur gnadenlosen Musikindustrie geworden. Die Frage nach Authemtizität und Erfolg stehen oftmals im krassen Gegensatz zu einigen Musikerinnen und Musikern. Wer echt ist, hat nicht unbedingt eine große Gefolgsschar, und andersherum sind erfolgreiche Acts nicht immer sehr glaubwürdig. Dies im Hinterkopf verstaut, hat Black Marble mit „Life in Small Spaces“ einen New-Wave-Sound konzipiert, der sich zwar an aktuellen Strömungen orientiert, aber in erster Linie ein Gefühl heraufbeschwört, dass eine Zeit gab, in der gute Musik und glaubhafte Künstler die größten Chancen auf Erfolg hatten. Das ist aber schon fast ein halbes Jahrhundert her. Doch ein Stück wie „Anything“ mit seinem unbekümmerten Uptempo-Indie-Pop wirkt so naiv und hoffnungsvoll, wie es Nummern aus früheren Zeiten eben oftmmals waren. Dabei sind intensiv elektronische Songs der Marke „Missing History“, die den fünf Jahre alten Vorgänger „Fast Idol“ noch dominiert hätten, sehr weit zurückgedrängt worden. Organischer und wärmer wirkt „Life In Small Spaces“, und das ist auch gut so. Black Marble stehen wie ihre Landsmänner und -frauen von Nation Of Language für die Rückkehr der bezaubernden Simplizität in der Popmusik und bilden das benötigte Gegengewicht zu überproduziertem, teils KI-basiertem Sondermüll, der sich mittlerweile auf den Streamingplattformen tummelt. Früher war sicherlich nicht alles besser – aber ein paar Sachen eben schon.
Daniel Dreßler
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