Review

Artist: BIOSPHERE

Titel: Shenzhou

Geir Jensen ist schon ein komischer Kauz. Während seine erste Kapelle Bel Canto noch den großen Gefühlen huldigte, begann er Anfang der Neunziger mit dem Gefrierschrank-Techno seines Ein-Mann-Projektes Biosphere, die Tiefen musikalischer Kälte auszuloten. Daß der Isländer es mit „Novelty Waves“ von seinem zweiten Album „Patashnik“ bis zur Untermalung eines Levis-Werbespots und damit fast bis zum Popstar gebracht hätte, scheint ihn irgendwie verschreckt zu haben, so daß als Konsequenz die folgenden Alben zusehends ambienter, kälter und weit jenseits jeglicher Möglichkeit, jemals trendy zu sein, ausfielen. Seinen Höhepunkt fand diese Attitüde zweifellos in dem kürzlich wiederveröffentlichten „Substrata“ (erschienen als DCD zusammen mit dem Soundtrack „Man With A Movie Camera“, ebenfalls auf Touch), dessen Cover recht programmatisch einen Fjord durch einen Blaufilter zeigt. „Shenzou“ schlägt nun eine andere Richtung ein. Immer noch antikommerziell wie eh und je, basieren die Stücke des Albums größtenteils auf Werken des Komponisten Claude Debussy und verzichten fast durchgängig auf rhythmische Untermalung, und wenn sie mal vorhanden ist, dann in ihrer rudimentärsten Form. Was an Beats gespart wurde, hat Jensen allerdings in Atmosphäre investiert: „Shenzou“ verbreitet vom Anfang bis zum Ende eine derartig wohlige Wärme, daß man sich schon nach kurzer Zeit in fötale Haltung begeben möchte. Ein warmes, analoges Baßbrummen versetzt Raum und Körper in Schwingung, und der filigrane Mix macht es einem oft nicht leicht, reale Umgebungsgeräusche von unaufdringlich in die Klangcollagen eingearbeiteten Sounds zu unterscheiden. Abwechslung findet hier nur zwischen Stücken statt, aber das erfüllt seinen Zweck und ist der beruhigenden, meditativen Wirkung der Stücke durchaus dienlich. Nur zum Autofahren ist das nichts.

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