Review

Artist: BENJAMIN V. STUCKRAD-BARRE

Titel: Bootleg

Benjamin v. Stuckrad-Barre schreibt. U.a. Bücher. Und er liest sie bisweilen auch vor, wenn er gerade nichts besseres zu tun hat, literarische Lesung, wie man in Fachkreisen zu titeln weiß. Doch mit Publikationen des Literarischen Quartetts” oder den einschlafgefährdeten Vorträgen einschlägig bekannter Autorengrößen mit Wasserglas und Einstecktuch hat der Mid-Twen ebenso wenig zu tun, wie die Loveparade mit Anti-Drogen-Workshops. Stuckrad-Barre ist Pop, Pop-Poet, um genau zu sein. Der Robbie Williams des geschriebenen bzw. vorgelesenen Wortes, irgendwo zwischen Max Goldt, Harry Rowohlt und Ben Becker (würde dieser lesen statt schauspielern und singen). Mit anderen Worten: Unterhaltung in Reinkultur. “Bootleg” stellt nach dem Werk “Live Recordings” das zweite Lese-Only Album des Pop-Poeten dar, auch wenn es nicht only um lesen geht. Eingeleitet von erklärenden Worten Ulrich Wickerts (!) und dem Williams Cover (!!) “Let Me Entertain You” vom Götz Alsmann Bossa Nova Trio (!!!) wird man sanft geleitet in die mal quietschig-bunte, mal grau-in-graue, mal total verdrehte und im nächsten Moment doch wieder schmerzhaft alltägliche Welt des B. v. Stuckrad-Barre, die Subjekte so vielfältig wie das Leben. Von Abhandlungen über den perfekten Beifahrer, die unsäglichen Pur, Jenny Elvers’ & Heiner Lauterbachs private Golfschlägersammlung bis hin zu autobiographischen Drogenerfahrungen, Frank Elstners Lieblingswitz und einer erfreulich respektlosen Nachstellung des Gesprächs Prinz Ernst August von Hannover ./. “BILD”-Redakteurin behandelt “Bootleg” die ganze Bandbreite des menschlichen Erlebnishorizontes. Strengstens zu empfehlen! “Bootleg” erscheint parallel zum neuen Stuckrad-Barre Buch “Blackbox”, doch das nur nebenbei…

Veröffentlicht: 2000

2000 findest du Hier finest Sonic-Secucer Ausgaben aus dem Jahr 2000

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