Review

Artist: AIR

Titel: The Virgin Suicides

Auch wenn es die Vermutung zuläßt: Der Titel des neuesten Air-Werkes hat weniger mit dem eher unwahrscheinlichen Freitod ihrer Plattenfirma zu tun, als vielmehr mit dem gleichnamigen Kinofilm von Regiewunder Sofia Coppola, für den die Franzosen samt und sonders den Score schrieben und als Quasi-Soundtrack in den Laden stellen. Und nur einer ausgeprägten Portion ungehemmt Kapriolen schlagender Phantasie oder meiner damaligen Französischlehrerin mag es zu verdanken sein, daß einem beim Anhören der zuckersüßen Easy-Listening-Perlen allerlei Assoziationen zu dem End-70er Jahre-Straßenfeger “La Boum” mit der süßen Sophie Marceau und dem süßen Andreas Elsholz-Vorläufer Pierre Cosso durch die Hirnwindungen rasen. Doch wie auf den super-duften Teenie-Parties mit Erdbeerpunsch und Zahnspangen-Garantie geht es bei Air doch nicht ganz zu. Zu intensiven Bildern wollte man auch einen intensiven, dunklen Klangteppich entwerfen, so die Band im Platteninfo. Und so erreicht “The Virgin Suicides” dann auch in wirklich guten Momenten teilweise fast die bedrückende Stimmung einiger David Bowie/ Brian Eno-Instrumentals der “Wir Kinder vom Bahnhof-Zoo”-Filmmusik, wenn auch nur für wenige beklemmend-aussichtslose Minuten, doch die sind um so kostbarer. Fakt ist jedoch, daß bei Air die leichtere “La Boum”-Seite überwiegt. ü£ber die Qualität dieser Veröffentlichung sollte jeder selbst entscheiden, die seltsame bis kuriose Mischung ist auf jeden Fall hörenswert!

Veröffentlicht: 2000

2000 findest du Hier finest Sonic-Secucer Ausgaben aus dem Jahr 2000

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