Song bleibt genug inhaltlicher Raum, um Gedankengänge fernab des Hauptsujets aufzugreifen. Diese Raffinesse wird durch die stetigen Doppeltitel aller Tracks verdeutlicht. Der Opener „Blood-Line (Never)“ besticht sogleich durch treibende Drums von hurtigem Mid-Tempo, gleißend-schreiende Layer, sich wunderbar ineinander schraubende Synth-Cluster und überaus eingängige Vocal-Lines: ein echter Project Pitchfork-Hit! „Blood-Loss (Sometimes)“ überzeugt mit einem Shuffle-Part, Piano-Einschüben und atmosphärischen Momenten; „Blood-Stained (Give Me Your Body)“ mit klassisch-federnden EBM-Basssequenzen, dominanter Bassdrum und einer besonders ‚bösen’ Leadstimme; in „Blood-Money (No More)“ werden, untermauert von kantigen FM-Synthsounds, in großartiger Manier die Stimm-Images variiert. „Blood-Moon (Romance)“ erinnert mit seinen modulierenden Sequenzen und einem Oldschool-Flair an Skinny Puppy; „Blood-Diamond (See Him Running)“, der Geschwistersong zum 2011er Hammer „The Queen Of Time And Space“, mag sich als der größte Tanzflächen-Hit erweisen – falls ihm nicht das treibende „Blood-Game (For You)“ den Rang abläuft; „Blood-Pressure (Just For My Pleasure)“ klingt enorm organisch, „Blood-Lust (Mental Island)“ betört durch seine fast surreal anmutende Klangsprache; „Blood-Stream (Will I Be) durch seine Melodiösität. Blutdurst noch nicht gestillt? Einfach zur Limited Double-Edition greifen.
Kym Gnuch
OUT NOW: Sonic Seducer 10/2014 mit ausführlichem Interview mit Peter Spilles. Auf CD: „Blood Diamond (See Him Running)“ von Project Pitchfork.