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CD-Rezension / Review / Kritik

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various artists oh yes we can love the history of glam rock

Various Artists
„Oh Yes We Can Love: The History Of Glam Rock“
(Universal)
John Lennon sagte einst, dass Glam Rock nichts anderes sei als Rock’n’Roll mit Lippenstift. Was tatsächlich hinter all dem Glitzer und dem schrillen Fummel der Künstler an musikalischer Substanz steckte, darum ging es selten bei der Betrachtung von Glam Rock. Zu groß war die Versuchung, sich an dem schillernden Outfit abzuarbeiten, das schon von Weitem ins Auge sprang. Musikalisch unternimmt das fünf CDs und ein 100-seitiges Hardcoverbüchlein umfassende Boxset „Oh Yes We Can Love“ den Versuch einer Aufarbeitung ohne die Beschränkungen der üblichen Glam-Compilations, die aus Beiträgen von Bowie, Glitter, T.Rex, Roxy Music und The Velvet Underground bestehen, dem quasi harten Kern des Stils. Jenseits der ausklingenden Sixties und der ersten Hälfte der Siebziger, jener Hochzeit des Glitter Rocks, sucht die 91 Songs umfassende Zusammenstellung zunächst nach den Wurzeln im Rock’n’Roll der Fünfziger bei Musikern wie Little Richard und Chuck Berry, bevor sie sich in der heißen Glam-Phase austobt, die sich retroesk der Rhythmen der Fifties bediente. Wie nachhaltig Glam in den folgenden Jahrzehnten die Musikwelt und Genres wie Punk, Goth, Pop, aber auch Metal in Hinblick auf Sound, Auftreten und Geschlechteridentität beeinflusste, zeigen Songs von Sigue Sigue Sputnik, New York Dolls, Elton John, Ultravox, Marilyn Manson, Suede oder KISS. Allein die schiere Menge an unterschiedlichen Stücken und Künstlern führt vor Augen, dass eine eindeutige Definition von Glam in den letzten 50 Jahren gar nicht möglich ist. Vielleicht sind es letztlich doch Make-up und Lippenstift, die eine lose verbundene Masse von Musikern eint.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer 12/2013.


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