CD-Rezension / Review / Kritik

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vanguard never surrender

Vanguard
„Never Surrender“
(Infacted Recordings)
Vermutet man hinter dem Albumtitel des Schweden-Duos eine Kampfansage à la Combichrist, fehlt man gewaltig. Die 2008 gegründete Formation, die von Conzoom zu Infacted Recordings gewechselt ist, lädt mit „Never Surrender“ zu einer Auseinandersetzung mit dem Leben, der Liebe und der Überkonnektivität der Menschen ein. Mithilfe von hellen, positiv stimmenden Synthesizersounds lenken Jonas Olofsson und Patrick Hansson schon ein wenig von ihren teils kritischen, teils nachdenklichen Texten ab. Der Opener „Different Story“ macht, musikalisch betrachtet, genauso gute Laune wie der Nachfolgetrack „I Want To Live“; was beide Lieder verbindet, ist die Eingängigkeit und das Floorfillerpotenzial. Wie ihre Landsmänner von Elegant Machinery beherrschen es Vanguard, Texte zu schreiben, die nach dem ersten Hören direkt im Hirn abgespeichert werden und sich für eine lange Zeit dort festsetzen. Bestes Bespiel dafür ist „Time Flies“, dessen Refrain „Talk to me! What are you waiting for?“ man sofort mitsingen kann und möchte. Auch Liebhaber melancholischer Synthieklänge weiß das Duo zu unterhalten und liefert mit „You Stray“ ein nachdenkliches Liebeslied für Herzschmerzmomente.
Josie Leopold

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.