CD-Rezension / Review / Kritik

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vadot von luft und likes

Vadot
„Von Luft und Likes“
(Popsirup/Phonector/Altone)
„Beende deine Jugend“ heißt einer der Titel auf dem neuen Werk der Kreuzberger Electro-Wave-Rocker Vadot. Ein Gruß an DAF, der musikalisch allerdings wenig Spuren hinterlässt. Nach siebenjährigem Bestehen ist das Trio seinen Kinderschuhen entwachsen und mit „Von Luft und Likes“, das zwei Jahre Arbeit in Anspruch nahm, legen die Berliner ihr bisher ausgereiftestes Album vor. Die Produktion ist durchweg sehr ansprechend. Unüberhörbar wurde viel Wert auf Feinschliff bei der klanglichen Einbettung der Texte gelegt. Vielleicht ein wenig zu viel. Vadot klingen immer geschmackvoll, lassen aber hier und da das Gefühl aufkommen, es fehle an Biss. Ein Refrain wie der des Titelstücks hätte gerne noch dynamischer ausfallen dürfen. Während der Gesang zwischendurch auch aggressivere Töne anschlägt, bleibt die Musik durchgehend dezent. Auch hätte der Tonträger mehr tanzbare Nummern wie „Keine Tränen“ vertragen. Herausragend ist hingegen das düster groovende „Was zählt?“ mit seiner hypnotischen Basslinie, die entfernt an eine entspannte Lounge-Adaption von Depeche Modes „Something To Do“ erinnert. Ein bisschen Mut zu Ecken und Kanten und mehr Direktheit würden sich gut mit dem eigenständigen und eigenwilligen Weg vertragen, den die Band insgesamt eingeschlagen hat. Aufhorchen lässt sie mit ihrem dritten Album definitiv.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2016.

Monday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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