CD-Rezension / Review / Kritik

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Selofan Sto Skotadi

Selofan
„Sto Skotadi“
(Fabrika Records)
Das dank Bands wie She Past Away und Lebanon Hanover zum Kultlabel avancierte Fabrika Records hat mit Selofan einen tüchtigen Minimal-Act in seinen Reihen. Mit „Sto Skotadi“ veröffentlicht das Duo sein drittes Album binnen drei Jahren, Tape- und LP-Veröffentlichungen nicht mitgezählt. Auf elf Tracks zelebriert das Duo Dimitris Pavlidis/ Joanna seine höchsteigene Interpretation von Minimal-Wave, der teilweise gar nicht so minimalistisch ist. Vor allem was die Instrumentierung angeht, greifen die beiden Griechen durchaus in die Vollen. Beeindrucken können Selofan zudem mit ihrer Vokal-Performance, die zum einem zwischen Englisch und
Deutsch (!) changiert, zum anderen interpretatorisch sehr breit angelegt ist. Vor allem Sängerin Joanna hat eine Bandbreite von Madre Del Vizio bis Sleeping Dogs Wake drauf, während Frontmann Dimitris ein sehr dunkles Timbre einbringt. Sparsamer geht es dagegen mitunter beim Tempo der Songs zu, einfach weil manchen Songs (zum Beispiel „Schwarz“, „Lass mich los“) eine Entschleunigung zugrunde liegt, die das aufmerksame Zuhören mitunter zu einer zähen Angelegenheit werden lässt. Definitiv überwiegt aber das Positive auf „Sto Skotadi“ und sollte von Genrefans, die Selofan noch nicht kennen, unbedingt ausgetestet werden.
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.



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