CD-Rezension / Review / Kritik

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red industrie censored

Red Industrie
„Censored“
(EK Product/Broken Silence)
„(D)ark Angel“, mit quasi zwei Namen, läutet „Censored“ ein. Mastermind Helder Camberos verkündet mit markanter Stimme, was ihm so alles auf der Welt nicht in den Kram passt. Selbstverständlich in entsprechender Wortwahl. Auf das Intro, noch sehr düster und rockig, folgt eine elektronische sowie bilinguale Abrechnung inklusive Schimpfwort-Inferno und Hasstiraden. Nach dem technoiden „Strength“, für das sich Helder Camberos die Band Psyche mit ins Boot geholt hat, wird eine interessante Neuinterpretation des Apoptygma Berzerk Songs „Kathy’s Song“, geboten, die ganz anders als das Original ausgefallen und nicht auf Anhieb zu erkennen ist, aber dennoch sehr tanzbar geblieben ist. In Richtung Darkwave geht es dann mit „Still Breathing“. Hier klingt Red Industrie ein bisschen nach Pink Turns Blue und einer durchzechten Nacht in einem Londoner Rock-Schuppen. Dass Helder Camberos ein wahrer Meister des Experimentierens ist, beweist er im Anschluss mit „Make Some F_cking Noise“, denn hier hat sich – wie passend – ein krachender Noise-Track versteckt. Schlusssong „The Future Is Ours“ klingt dann dank poppiger Elemente sowie positiverem Text ein wenig zuversichtlicher. Ganz im Gegensatz zum Rest von „Censored“, einem musikalischen Abrechnungstag, der es in sich hat.
Maria Madaffari

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.


Tuesday the 15th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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