CD-Rezension / Review / Kritik

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Geneviéve Pasquier Louche Effect

Geneviéve Pasquier „Louche Effect“

(Ant-Zen)
Der letzte Longplayer „Le Cabaret Moi“ von Geneviéve Pasquier liegt inzwischen auch rund acht Jahre zurück. Jahre, in denen minimale und unterkühlte Elektronik den ein oder anderen Höhenflug erlebte. Geneviéve Pasquier ist zum Glück lang genug aktiv und weiß um die Gefahr kurzzeitiger Trends. Statt den einfachen Weg sicherer Minimal Elektro-Hits zu gehen, zelebriert die Thorofonistin sich als vielgestaltige Kunstfigur in verschiedenen Schubladen: von Jazz-Noir („Louche“, „Too Many“) über elegischen Synthpop („Apesanteur“) und Retro-Elektronik („I Wanna“, „Misty Streets“) zu futuristischem Minimalismus („Sandscapes“) und düster mahlendem Tanzflächenfutter („Enjoy Your Life“). Gemeinsam ist diesem Facettenreichtum die durchgängig gedämpfte Stimmung – im Kabarett dieser Dame hängen stilecht Samtvorhänge. Für die lauten Schläge aufs Stahlblech bleiben weiterhin Thorofon zuständig.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.

Sunday the 15th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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