CD-Rezension / Review / Kritik

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phoria volition

Phoria
„Volition“
(Humming Records/Rough Trade)
Phoria sind eine junge Band mit Geschichte. Die drei Kernmitglieder Trewin Howard, Jeb Hardwick und Ed Sanderson gingen gemeinsam in die Grundschule, entdeckten dort die Musik und unternahmen erste Gehversuche als Band. Das Studium zerstreute sie in alle Richtungen, aber am Ende hockten sie wieder zusammen und sind seit 2009 mit erweitertem Line-Up als Phoria unterwegs. In der Blogosphäre lösten ihre ersten EPs Begeisterungsstürme aus, die mit dem ersten Album „Volition“ zu einem tobenden Orkan werden dürften. Die elf Songs, die die Briten darauf aus dem Hut zaubern, sind an atmosphärischer Dichte kaum zu überbieten. Ganz viel Sigur Rós, aber auch Radiohead zu ihren besten Zeiten findet sich im Sound von Phoria. Satte, extrem reichhaltige Texturen aus Elektronik sind der Teppich einzigartiger Tracks, auf denen Trewin Howards Stimme schwebt. Weniger Songs als flüssige Skulpturen aus Sounds, die immer wieder neue, wunderschöne Formen annehmen. So hangelt sich „Volition“ von einem sphärischen Höhepunkt zum nächsten. Während „Loss“ noch wie ein Fragment aus Sigur Rós „Valtari“ wirkt, gehen „Mass“ oder „Emanate“ ganz im eigenen Klangkosmos des Quintetts auf. Obwohl Phoria noch recht neu sind, scheinen sie sich ihrer Sache hundertprozentig sicher zu sein. Gewiss ist, dass sie aktuell eine der aufregendsten Bands stimmungsvollen Indies sind, deren Sound eine gewaltige Wärme und Geborgenheit ausstrahlt. Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.

Thursday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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