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CD-Rezension / Review / Kritik

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lust for youth international

Lust For Youth

„International“
(Sacred Bones/Cargo)
Nein, immer alleine musizieren, ist auch nicht schön. Dachte sich vermutlich der in Kopenhagen lebende Schwede Hannes Norrvide und stockte seine Einmann-Band Lust For Youth für das dritte Album kurzerhand um Loke Rahbek vom dänischen Post-Punk-Duo Vår und Gitarrist Malthe Fischer auf. Ersterer schleppte für „International“ zudem seinen Bandkollegen Elias Rønnenfelt ins Studio, ebenfalls bekannt von den Kopenhagener Runen-Punks Iceage. Allerdings nicht, damit dieser heiseres Geschrei und unflätiges Geschredder vom Stapel lässt – das wäre in den zehn neuen Songs nun wirklich fehl am Platze. Stattdessen steuert Rønnenfelt zum Opener „Epoetin Alfa“ einige nachgerade schöngeistige Riffs bei, während das Stück erstaunlich lichtdurchflutet von Lance Armstrongs bevorzugtem Dopingmittel erzählt. „International“ lässt sich jedoch auch vorzüglich ohne Substanzen genießen: Die durch eisige Hallräume irrenden Stimmfetzen der Vorgänger „Growing Seeds“ und „Perfect View“ sind weitgehend verschwunden. Songs wie „Illume“ und „New Boys“ streben mit Macht einer frühelektronischen Neonsonne entgegen, statt sich wie bisher mit schattigem Cold Wave-Geknörmel aufzuhalten. Und so verblüfft eine bisher ausnehmend düstere Band mit einem blendenden Stück Synthie-Pop, das man ihr so kaum zugetraut hatte.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.

Wednesday the 8th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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