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CD-Rezension / Review / Kritik

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Pia Lund Gift CD Cover

Pia Lund „Gift“

(Look! Mum! No Hit!)
Endlich – ein Geschenk! Zumindest für Freunde von Phillip Boa & The Voodooclub und von Pia Lund, lange Zeit Co-Sängerin und Lebensabschnittsgefährtin des Frontmanns. Bisher hatte es die Dortmunderin mit ihrem Projekt Lundaland lediglich auf ein Album im Jahre 1999 gebracht, den Zweitling hielt sie seinerzeit unter Verschluss. Bis heute, denn „Gift“ erscheint mit gehöriger Verspätung nun endlich auf digitalem Wege – und ist gut gealtert, wie schon die damalige Single „Der Himmel“ klarstellt. Lunds himmlische, nur scheinbar naive Stimme führt träumerisch durch das zweisprachige, elektronisch infiltrierte Indie-Pop-Liebeslied, das diskret nach vorne schiebt – damals wie heute ein kleiner Hit. Gleiches gilt für das sehnsüchtige „The Summer Is Over“, bevor „Arthur“ dem Anfang der nuller Jahre noch omnipräsenten TripHop seine Aufwartung macht. Zumindest stellenweise kann „Gift“ seine relative Betagtheit also nicht verleugnen, vor allem wenn skandinavische Gitarrenpop-Lieblinge aus der Zeit der Jahrtausendwende durchscheinen – mit „Propaganda“ ist sogar eine angeraute Coverversion von den Schweden Briskeby vertreten. Mit „Daily Rotation“ aber auch eine Reminiszenz an die Shoegaze-Phase von The Cure, was ja auch bei Phillip Boa immer gern genommen ist und war. Und hinter dessen Album „Fresco“, das netterweise der aktuellen Best Of beiliegt, muss sich „Gift“ nicht verstecken.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2016.

Monday the 30th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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