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CD-Rezension / Review / Kritik

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The Killers Wonderful Wonderful CD Cover

The Killers „Wonderful Wonderful“

(Universal)
Wandlungsfähigkeit haben The Killers im Laufe ihrer Karriere bewiesen. Vom Wave- und Post-Punk-Revival induzierten „Hot Fuss“ über den ambitionierten Rock von „Sam’s Town“ und den synthpoppigen Dance-Rock-Hymnen auf „Day & Age“ bis zum Americana-lastigen „Battle Born“ haben sie ihren Sound immer wieder angepasst und dabei Stadion-Melodien und bombastische Songs als gemeinsamen Nenner genutzt. Auch „Wonderful Wonderful“ springt stilistisch nach vorne, ist beim ersten Hören aber vielleicht nicht ganz so eingängig wie die beiden Alben zuvor. Ein tiefer Bass ist der Paukenschlag im cinematischen Opener „Wonderful Wonderful“. Er gibt den Blick frei auf die Lead-Single „The Man“: ein pompöser Seventies Disco-Fever-Song in bester Bee Gees-Tradition. Er ist das Herzstück des Albums und doch der ungewöhnlichste Moment. The Killers waren nie darum verlegen, sich in der Musikgeschichte zu bedienen – sei es bei Alphaville, dem Boss, U2 oder New Order. Und so gibt es auch auf „Wonderful Wonderful“ zahllose Referenzen: „The Calling“ lässt Depeche Modes „Personal Jesus“ und „Enjoy The Silence“ im Killers-Sound aufgehen, während Brian Eno ans sphärische „Some Kind Of Love” Hand angelegt hat und Teile von Bob Marleys „Redemption Song“ in „Run For Cover“ auftauchen. Alles aber so geschickt verwoben, dass die Einflüsse die Handschrift der Killers tragen. „Wonderful Wonderful“ versprüht zwar mehr Seventies-Spirit, gibt aber genug Anknüpfungspunkte an die eigene Vergangenheit der Killers. „Life To Come” ist ein klassischer Killers-Song, der zu Beginn Stadiongröße verspricht, sich im Refrain mit leicht dissonantem Gesang aber zurechtstutzt. „Out Of My Mind“ ist ein wenig zu cheesy geraten und „Have All The Songs Been Written?” sorgt mit schwülstiger Mark Knopfler-Gitarre für romantische Sonnenuntergangsstimmung. Ein würdiger Abschluss für ein Album, das The Killers wieder einen Schritt nach vorne bringt, ohne alten Fans vor den Kopf zu stoßen.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
Thursday the 9th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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