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CD-Rezension / Review / Kritik

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The Jesus And Mary Chain Damage And Joy CD Cover

The Jesus And Mary Chain „Damage And Joy“

(Rhykodisc/Warner)
Böses Blut, bittere Streitigkeiten und geschwisterlicher Hass sind die Erinnerungen, die neben großartigen Songs an The Jesus And Mary Chain geblieben sind. Der Zwist zwischen den Brüdern Jim und William Reid ist legendär und führte Ende der Neunziger dazu, dass sich The Jesus And Mary Chain trennten. Während sich in der Zeit danach die Gallaghers öffentlichkeitswirksam die Köpfe einschlugen, begruben die Reids nach und nach das Kriegsbeil und traten seit 2007 wieder gemeinsam auf. Ein neues Album blieben sie trotz Reunion schuldig. Mit „Damage And Joy“ holen sie dieses knapp 19 Jahre nach „Munki“ nach. Es ist ein Album, gemacht für Gitarren, ohne großen Schnickschnack. Klassisches Jesus And Mary Chain Material: noisiger, leicht angedunkelter Rock mit großen Pop-Momenten, Sixties-Referenzen und griffsicherem Gespür für Melodien. Gleichzeitig ist es eine Familienangelegenheit. Nicht nur, weil Jim Reid in „Facing Up To The Facts“ leidenschaftlich bekennt „I hate my brother“ und doch nicht von ihm lassen kann, sondern mit Linda Fox singt die eigene Schwester in zwei Songs. Ohnehin räumt „Damage And Joy“ weiblichen Stimmen viel Raum ein. Isobel Campbell (Belle And Sebastian), Bernadette Denning und Sky Ferreira sorgen zusätzlich für auflockernde Gesangstupfer auf dem Album, das in Gänze fast so klingt, als ob es die lange Auszeit nie gegeben hätte. Obwohl „Damage And Joy“ so nahtlos an die besten Momente von The Jesus And Mary Chain anknüpft, wirkt es keinesfalls altbacken. Was vielleicht mehr über den aktuellen Stand der Musikwelt sagt als über die gereiften, aber immer noch relevanten Reid-Brüder. Als Comeback-Album erfüllt „Damage And Joy“ jedenfalls die Erwartungen nicht nur, es übertrifft sie locker!
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2017.
Sunday the 15th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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