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CD-Rezension / Review / Kritik

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Lyenn Slow Healer CD Cover

Lyenn „Slow Healer“
(Near Gale Records/V2 Benelux/Bertus)
Acht Jahre nach seinem Solo-Debüt „The Jollity Of My Boon Companion“ und derer sechs nach der EP „Vowels Fade First“ offenbart der als Bassist eng mit Mark Lanegan kooperierende Lyenn einen weiteren Longplayer, dem sein Entstehungsort - Island mal wieder - gar nicht mal so überdeutlich anzuhören ist. Denn die hier auf schlicht-schöne Nacktheit reduzierten Nocturna walten ihres expressiv introvertierten Amtes auch fernab von geographisch interessierten Wurzelbehandlungen. Kaum dreht der „Slow Healer“ seine Runden, gibt es zum andächtigen Spitzen der Ohren keine Alternative. Aufgrund der rigiden Sparsamkeit wird jeder Ton, jede Sentenz zur vollwertigen Abendunterhaltung, die keinerlei Nebenbuhler duldet. Dabei erweist sich die programmatische Reduktion als trojanisches Pferd: Kaum in die intim-individuelle Mentalitätsgeschichte eingelassen, wimmelt es nur so von feinsten Details und Nuancen, die labilen Seelen durchaus schwer zusetzen könnten. Läge in Lyenns Stimme nicht jener Unterpfand aus barem Trost und lohnendem Seufzen, mit dem sich auch eine Nacht in Begleitung des „Slow Healer“ gütlich überleben ließe. „Show Me The Way“ - man fühlt sich erstarkt, um mehr als nur einen als gangbar anzuerkennen.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2017.
Monday the 30th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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