CD-Rezension / Review / Kritik

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Kasabian For Crying Out Loud

Kasabian „For Crying Out Loud“

(Columbia/Sony)
‚Ich freu mich ja mehr auf die neue Killers’, so Kollege Karstedt seinerzeit im Soundcheck zu Kasabians „Empire“. In der Tat nicht ihre stärkste Platte – doch das war, bevor die Briten um Mastermind Sergio Pizzorno und Frontmann Tom Meighan ihren Stil als Rave-Rock-Tausendsassas gefunden hatten. „48:13“ gab 2014 verstärkt dem elektronischen Affen Zucker, und „For Crying Out Loud“ schickt sich nun an, das definitive Kasabian-Stadionrockalbum zu werden. Was sich viel schlimmer liest, als es ist: So tight, variabel und dabei im besten Sinne massentauglich hat man den Vierer aus Leicester nicht mal auf dem bisherigen Vorzeigewerk „The West Ryder Pauper Lunatic Asylum“ erlebt, auch wenn sich die Single „You’re In Love With A Psycho“ grob an „Where Did All The Love Go?“ von ebendiesem orientiert. Der Opener „Ill Ray (The King)“ hat gleich „Seven Nation Army“ von The White Stripes mit dickerem Banger-Faktor im Sinn, das gekippt am Tresen hängende „Wasted“ besäuft sich am Bobby Hebb-Klassiker „Sunny“, und das doppelbödige „Are You Looking For Action?“ macht sich auf einer von den Acts des DFA-Labels beschallten Tanzfläche breit – Slap-Bass und Achtziger-Keyboards inklusive. Und spätestens ob der todsicheren künftigen Livefavoriten „Good Fight“ und „God Bless This Acid House“ dürfte es bei den Lads kein Halten mehr geben. Ein tolles Album, das diesen Sommer auf keinem Festival fehlen sollte – selbst wenn Kasabian dort nicht auftreten.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017
Monday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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