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CD-Rezension / Review / Kritik

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lust for youth compassion

Lust For Youth
„Compassion“
(Sacred Bones/Cargo)
Hannes Norrvide sagte einmal, er wolle als nächstes ein Soul-Album machen. Vielleicht nur ein bizarrer Witz, den man dem in Kopenhagen lebenden, immer etwas freudlos dreinschauenden Schweden nicht zutraut. Und wäre es wirklich so gekommen, hätte das eingedenk der Wandlung seiner Band Lust For Youth von NoFi-Elektronik hin zu strahlender Pop-Musik nicht recht überrascht. Mit den seit dem 2014er Longplayer „International“ dazugestoßenen Kollegen Loke Rahbek und Malthe Fischer verfeinert Norrvide auf „Compassion“ den Stil des Vorgängers jedoch lediglich, statt ihn zu revolutionieren. Mit Erfolg: Dachte man bei „International“ noch eher verstohlen an New Order und die Pet Shop Boys, wird dieser Gedanke hier zur Gewissheit. Schon der brillante Vorabtrack „Better Looking Brother“ weckte solche Assoziationen, die neue Single „Sudden Ambitions“ legt zu präzisem Gitarrenlick eine ähnliche Punktlandung hin, und die leicht krautigen Synthies von „Limerence“ schimmern mindestens wie OMDs „Metroland“ – oder hat da jemand Kraftwerk gesagt? Selten jedenfalls wurde im Gegensatz zu Frühwerken wie „Growing Seeds“ der Begriff Cold Wave so konsequent ins Gegenteil verkehrt – und Lust For Youth zucken nur mit den Schultern: ‚I change my mind from time to time / I can’t help it.’ „Compassion“ gibt ihnen Recht.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.

Monday the 30th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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