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CD-Rezension / Review / Kritik

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luh spiritual songs for lovers to sing

LUH
„Spiritual Songs For Lovers To Sing“
(Mute/GoodToGo)
„Painless“, die monolithische Bankrotterklärung aus Sicht eines Deuters konventionell-romantischer Beziehungskisten der (hoffentlich) unvergessenen The God Machine, klingt an, sobald Ebony Hoorn und Ellery Roberts zu ihrem erklärtermaßen passionierten Pas de deux ansetzen. Einem rigoros vitalen Tanz, den sie auf ihrem Debütalbum konsequent in eine Position führen, die Anfang und Ende jeglicher Bezogenheit gleichberechtigt gelten lässt. Weil dazwischen die Essenz von Lust und Leid im Pfeffer liegt. Also würzen die beiden Liebenden ihre skandalös offensive Entäußerung mit Stadionrock-Traversierungen (von U2 bis Muse) und maßlosem Einsatz von musikalisch interpretiertem Cayenne. Dass ganz in der Nähe, in Kourou, bekanntlich Raketen ins All geschossen werden, scheint dabei auch LUH nicht entgangen zu sein. Ihre Hände greifen ineinander und zugleich, vielleicht sogar mit einem Sekundenbruchteil Vorsprung, nach den Sternen. Wer sich zuletzt von Holy Esque und deren artverwandtem Album „At Hope’s Ravine“ bereitwillig die Leviten hat lesen lassen, darf sich diese nun anhand von „Spiritual Songs For Lovers To Sing“ in Brailleschrift wahlweise übersetzen oder ins Narbengewebe ätzen lassen. Alle anderen ernähren den Haushalt ihrer Herzen weiterhin mit Surrogaten. Der zunächst unglaublich anmutende Track „$ORO“ deutet mit seiner Autotune-Trietzerei an, wohin ein derartiges Defizit zu führen vermag.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2016.

Monday the 30th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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