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CD-Rezension / Review / Kritik

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victor love technomancy

Victor Love
„Technomancy”
(Metropolis/Soulfood)
Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um das Debütalbum des Industrial Rock-Tausendsassas Victor Love, seines Zeichens treibende Kraft hinter artverwandten musikalischen Projekten wie Dope Stars Inc., Epochate oder Hacking The Wave. Der Maestro verbindet auf diesem Werk dystopische Visionen einer technisiert-magischen Zukunft (wozu ihn SciFi-Autor Arthur C. Clarke, wie so viele, inspiriert hat) mit einer Klangästhetik, welche eher etwas zurückreist im Zeitstrang. Denn dass für große Teile seines industrialinen Groove Beat-Rocks die frühen Neunziger und deren innovative Crossover-Eskapaden Pate standen, fällt an etlichen Passagen auf. Auf einem Gerüst von Loop-Beats, kantigen Sequenzen und harschen Gitarren-Riffs erheben sich allenthalben rhythmische Screams (mit bisweilen markantem Inhalt, wie z.B. „fuck the bitchcraft!“), die an jene Tage erinnern, da man EBM-Industrial mit verzerrten Rap-Gesängen, Electro-Rock mit Einflüssen aus dem ursprünglichen, dreckigen HipHop verband, ohne in die Gefilde des Techno abzuschweifen. Geeignete Anspieltipps hierfür: „Irrationality“; „The New System“ oder eben „Bitchcraft“. Darüber hinaus entdeckt man deutliche Anklänge an die Achtziger, wie zum Beispiel in „Surrenders“ oder „Can’t You Remember“. Interessant überdies ist, dass dem guten Victor bei jedem einzelnen Song versierte Kollegen aus dem weiten Feld des Industrial als Arrangementkollaborateure zur Seite standen: Acts wie KMFDM, Deathstars, Spiritual Front oder Army Of The Universe. Die ‚Cyber Opera’ indes, welche sich als inhaltliches Konzept durchs Album zieht, bietet sich an, in der Tat eines Tages von einer Koryphäe wie Neil Gaiman in einen Science-Fiction-Roman verwandelt zu werden.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2016.

Monday the 30th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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