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CD-Rezension / Review / Kritik

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the joy formidable hitch

The Joy Formidable
„Hitch“
(C’Mon Let’s Drift/Membran/Sony)
Aber meine Herren! Das neue Video von The Joy Formidable zeigt leicht bis nicht bekleidete Männer in so aufreizenden Posen, dass man auf YouTube vor dem Abspielen seine Volljährigkeit bestätigen muss. Latenter Sexismus zu Demonstrationszwecken einmal andersherum. Die Waliser um Frontfrau Ritzy Bryan machen sich nun mal viele Gedanken – auch um ihre ausladende Rock-Musik, die schon auf dem letzten Album „Wolf’s Law“ mitreißende Ausmaße annahm. Als hätten Biffy Clyro das überbordend Komplexe aus ihrem Alternative-Prog getilgt und sich eine Sängerin zugelegt oder als würden Blood Red Shoes nicht immer nur denselben – wiewohl erstklassigen – Song spielen. Heraus kommen infektiös rumpelnde Rocker wie die erwähnte Single oder das auf frenetischen Gitarren dahersausende „Radio Of Lips“, das sich auch mit über sechs Minuten keine Sekunde zu lang erweist. „Liana“ steigert sich dann von einer akustischen Piano-Miniatur unaufhörlich in ein elektrifiziertes Riffgewitter hinein, während sich „Fog (Black Windows)“ kleinlauter gibt, aber dank hohem Tempo und punktgenauen Licks fast permanent vor einem gewaltigen Ausbruch steht. Zum Finale holt „Don’t Let Me Know“ noch einmal weit aus und beendet dieses Album mit einem tosenden Zusammenprall der Instrumente, der sich nur ganz allmählich wieder legt. Die Begeisterung über „Hitch“ jedoch hält noch lange an.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2016.


Monday the 30th.
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