CD-Rezension / Review / Kritik

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hybryds the silent whisper

Hybryds
„The Silent Whisper“
(Sleepless/Broken Silence)
So viel vorweg: Die Belgier machen auf ihrem zweiten Album beim Berliner Sleepless-Label (die Veranstalter der Schlagstrom!-Events) endlich wieder das, wofür der Name Hybryds einst stand: rituellen Dark Ambient. Wo man sich zuletzt allzu experimentell und kaum verdaulich präsentierte, ziehen nun partiell wieder bedrohliche Flächen auf, raschelt und knistert es im Zwielicht, sorgt mechanisches Schlagen oder Tribal-Perkussion für die rhythmische Basis. Die erste Albumhälfte ist allerdings stark fokussiert auf den teils in deutscher, teils englischer oder französischer Sprache vorgetragenen Gesang Madeline Arndts, der häufig gesprochen und in dezentem musikalischen Beiwerk platziert ist. Der Geschichte von „One Heartbeat Ago“ lauscht man ebenso gespannt, wie man sich vom zarten, mit Gitarrenspiel angereicherten „Solveign“ einhüllen lässt. Klassischen Hybryds-Sound hat dann „Duende“ zu bieten, bevor das neofolkige Albumhighlight „Discipline“ mit Gastvocals von Peter De Koning (TraumaSutra) losmarschiert und die Darbuka sich durch „Garden Of Dreams“ trommelt. Mit dem dreigeteilten, 14-minütigen Albumfinale zieht Ober-Hybrid Magthea noch einmal alle Register und lässt eine versöhnte alte Hörerschaft zurück.
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013

 

Wednesday the 13th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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