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CD-Rezension / Review / Kritik

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eno hyde someday world

Eno * Hyde
„Someday World“
(Warp Records/Rough Trade)
Der britische Ambient-Papst und Soundinnovator Brian Eno trifft Underworld-Sänger Karl Hyde – eine längst nicht so unwahrscheinliche Zusammenarbeit, wie man zunächst glauben mag. Schließlich hatten beide schon im Rahmen des Improvisations-Kollektivs Pure Scenius ihre Köpfe zusammengesteckt. Als Eno zuletzt mehr oder weniger ratlos vor polyrhythmischen Instrumental-Experimenten saß, spielte er Hyde die Avantgarde-Elektronik und Afrobeat referenzierenden Skizzen vor, worauf diesem sofort Texte in den Sinn kamen. Also luden beide befreundete Musiker ins Studio, von denen Roxy Music-Saxophonist Andy Mackay und Coldplay-Drummer Will Champion nur die bekanntesten sind. Heraus kommt ein eigentümliches Pop-Album, das filigrane Elektronik und klinisch sauberen Krautrock mit Hydes eigentümlich verhuschtem Gesang kontrastiert und oft zu verblüffenden Ergebnissen gelangt: „Daddy’s Car“ etwa wirkt wie ein Frontalzusammenstoß von Talking Heads mit einer Feuerwehrkapelle, während „Mother Of A Dog“ fast als skelettierter Electro-Dance im Stile von Slam oder eben Underworld durchgehen würde, wäre da nicht das sanft die Strukturen auflösende Ambient-Finale. Unterm Strich vielleicht nicht das elektrischste Album des Monats - aber mit Sicherheit das eklektischste.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

Tuesday the 26th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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