CD-Rezension / Review / Kritik

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brody dalle diploid love

Brody Dalle
„Diploid Love”
(Caroline/Universal)
Nach einer Pause, in der sie sich vor allem um die beiden gemeinsamen Kinder mit Josh Homme (Queens Of The Stone Age) gekümmert hat, meldet sich die Ex-Frontfrau von Distillers und Spinnerette mit ihrem ersten Soloalbum „Diploid Love“ zurück und setzt dabei den melodischen Kurs fort, den sie mit dem letzten Distillers-Album „Coral Fang“ eingeschlagen hatte. Die Gitarren pendeln auch hier zwischen Feedback-Krach und poppigen Akkordfolgen, die Hooklines sind catchy, aber Brody Dalle ist trotz mitunter sanfter Töne immer noch ein wütendes Riot-Grrrl. „Parties For Prostitutes“ beispielsweise beginnt leise mit einem an einen Herzschlag erinnernden Drumbeat, über dem Brodys melodischer Gesang schwebt, und steigert sich zu einem wütenden, lärmenden Finale. Die Singleauskopplung „Meet The Foetus/Oh The Joy“ ist ein unwiderstehlich poppiger Punk-Song, der von Brodys postnataler Depression handelt und zu dem es ein verstörend-schönes Video in bester Studio Ghibli-Manier gibt. In diesem Hit – denn das ist „Meet The Foetus/Oh The Joy – singt Brody Dalle mit Shirley Manson von Garbage den eingängigsten Punkrock-Refrain, den es seit langem gab. Schon alleine wegen dieses (Doppel)-Songs lohnt sich der Kauf des Albums. Schrammelig, melodiös, cool!
Karin Hoog

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

Thursday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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