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CD-Rezension / Review / Kritik

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Digital 21 Stefan Olsdal Inside CD Cover

Digital 21 + Stefan Olsdal „Inside“

(Kobalt/Rough Trade)
Musikbezogenes Wortspiel gefällig? Das gemeinsame Debüt von Miguel López Mora alias Digital 21 und Ex-Placebo-Bassist Stefan Olsdal ist gestrichen voll mit tollen Songs. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn das spanisch-schwedische Doppel polstert seinen Minimal-Techno und Electro-Pop samt charmanter weiblicher Gesangsgäste mit einem Streichquartett aus. Jedoch nicht im einfältigen Novelty-Stil, dank dem kurzlebige Acts wie Clean Bandit mal an den Charts schnuppern: Der Kontrast aus maschineller und quasi-klassischer Instrumentierung verleiht „Inside“ vielmehr einen zuweilen fast Score-artigen Anstrich mit großer Tiefenschärfe. Ein flehendes Liebeslied wie „Spaces“ funktioniert in der elektronisch verschwitzten Variante ebenso vorzüglich wie in der aller Beats beraubten Version, was auch am barmenden Vortrag von Vök-Sängerin Márgret Rán liegt. Zuweilen verschwimmen die Grenzen zwischen Song und Track – entweder wenn „War“, „Toi Et Moi“ und „Symmetry“ auch in Instrumentalfassungen vertreten sind oder die Single „Who Are All Of You“ ihren Reiz vor allem aus Julienne Dessanges charmant zerstückelten Vocals bezieht. Als ruhender Pol muss eine Coverversion herhalten: Moderats „Rusty Nails“ wird bei Mora und Olsdal zur schimmernden akustischen Elegie, die praktisch nichts mehr mit dem nervösen Original gemein hat. Doch für nervöse Zuckungen sorgt „Inside“ als vielleicht erstaunlichster elektronischer Hybrid des Jahres so oder so.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.
Wednesday the 21st.
2017 Sonic Seducer Magazin

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