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CD-Rezension / Review / Kritik

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Devil M Hollow Earth CD Cover

Devil-M „Hollow Earth“

(Darktunes Music Group/Soulfood)
Neuere Combichrist, Rammstein zu Zeiten von „Herzeleid“, Agonoize mit latenter Affekthemmung. Oder KMFDM, denen nahezu der komplette Elektro-Fuhrpark geklaut wurde, Marilyn ohne Manson - die Liste der Referenzen, an denen Devil-M aus Oldenburg zwangsläufig scheitern müssen, ist beliebig und lang. Klar ist aber auch, dass man als erklärt diabolische Industrial Metaller nach außen hin keine allzu kleine Brötchen schmieren darf, so ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit generiert werden will, noch bevor mit „Human Being“ der standardisiert simpel-forsche Opener erklingt. Zwar passieren die Zutaten, derer sich der Vierer um Sänger Max Meyer bedient, einwandfrei die Geschmacksgrenzen, doch tut sich im Verlauf des Longplayers eine ganze Armada Schwächen auf, die an den Schutzwällen zur Oberklasse zerrieben wird. Unerklärlich bleibt dabei nur, warum Devil-M selbst ihre atmosphärisch gemeinten Intermezzi und Vorspiele („Outside The Hollow“, „Rothschild Pt. 1“) so seltsam spannungsarm inszenieren. Dass sie es deutlich besser können, beweisen sie interessanterweise vorwiegend im letzten Drittel, wo ihnen mit dem Titeltrack sowie „Evalslave“ zwei einwandfreie Stampfer gelingen, die dazu imstande sind, das vorherige Dafürhalten im Nachhinein zu entkräften. Dennoch bleibt das ungute Gefühl, dass sich hier eine Band unter Wert verkauft. Oder dass sie zumindest ihren Werdegang bis zum nächsten Anlauf einmal mutig überdenken sollte.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.
Sunday the 11th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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