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CD-Rezension / Review / Kritik

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Published Date
fanfarlo let s go extinct-2014

Fanfarlo

„Let’s Go Extinct“
(New World/Rough Trade)
„Harold T. Wilkins, Or How To Wait For A Very Long Time“ – wer diesen Titel in der Tracklist des Fanfarlo-Debüts „Reservoir“ las, hätte argwöhnen können, dass man sich bei dieser Band in Geduld üben muss. Doch weit gefehlt, denn auch auf ihrer dritten Platte (und der ersten auf eigenem Label nach dem Weggang vom Major) erweisen sich die fünf Londoner als ein Ausbund an Zuverlässigkeit: alle zwei Jahre ein tolles Album. Spätestens 2012 hatten Fanfarlo auf „Rooms Filled With Light“ ihren Stil gefunden. „Let’s Go Extinct“ verfeinert den Sound zwischen dramatisch-preziösem Indie-Pop und beinahe feierlichem Folk-Rock eher, statt ein neues Fass aufzumachen. Was auch komplett unnötig wäre, wie die Vorab-EP „The Sea“ und die Single „Landlocked“ zeigten. Subtiles britisches Understatement gesellt sich zu ausladenden Arrangements, in denen pointierte Gitarrenfiguren und dezent schiebende Rhythmen genauso ihren Platz haben wie Synthie-Fanfaren und von schwerer Melancholie kündende Streicher. Zuweilen stehen die Londoner mit Songs wie dem behutsam rumpelnden „A Distance“ mit ein paar Zehen in den Achtzigern und spinnen sich eine kleine New Order-Melodie zusammen, bevor „Painting With Life“ in einer Kollision aus Piano und Bläsern kulminiert und das Titelstück am Ende eine bange, aber auch dekadent-glamouröse Schlussfolgerung zieht: Steht das Ende der Welt, wie wir sie kennen, etwa kurz bevor? Wir wollen es nicht hoffen, doch sich selbst sterben Fanfarlo mit einem prachtvollen Meisterwerk wie diesem bestimmt nicht so schnell aus.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.


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